Tja, wann begann der Abschied von Torben?! Sicher schon in der Zeit, in der wir merkten, aber nicht wahr haben wollten, wie schlecht es ihm ging.
Als wir aus der Klinik nach Hause kamen, Petra wohnt im gleichen Ort und fuhr, mussten wir erst einmal die schwere Aufgabe bewältigen, es dem Rest der Familie bei zu bringen. Mein Vater war der erste den es eiskalt erwischte, und er sagte es meiner Mutter. Die erste Frage von ihr war, „Konntest du denn nichts mehr tun?“. Katja konnte und tat die ganzen letzten Jahre und nun wurde ich in meiner Trauer und Wut etwas heftig und fragte, was ich tun soll, wenn selbst die Ärzte Torben nicht mehr helfen konnten.
Finja saß vor dem Fernseher, aber als ich ihr sagte, dass Torben nicht mehr nach Hause komme, fragte sie sofort nach dem Grund, ich glaube sie wusste ihn. Sie weinte bitterlich und wich nicht mehr von meinem Schoß.
Der Pfarrer kam und das Bestattungsunternehmen, es war wie im Film. Einen Vorteil hatten wir wohl, alles was man jetzt von uns wissen wollte haben wir vor 9 Jahren schon einmal überlegt und es blieb dabei; Torben sollte eine Seebestattung bekommen.
Er liebte die See, war im Jahr 1-2 mal mit Oma und Opa oder uns an der Ostsee. Wir hatten schon andere Familienmitglieder auf See bestattet, unter anderen meine Oma mütterlicherseits, an der ich sehr hing und der Meinung bin, Torben ist bei ihr gut aufgehoben.
Finja fand die Idee nicht gut, sie wollte ein Grab zum Blumen pflanzen und diesen Wunsch haben wir ihr auf unsere Art erfüllen können. Unsere Kinder bekamen zur Geburt beide ein Lebensbäumchen, Torbens steht nun in einem großen Pflanzkübel auf unserem Balkon und Finja kann zu jeder Jahreszeit neue Blumen pflanzen und jeder der möchte kann und darf dort um ihn trauern.
Am 25. Mai fand die Trauerfeier im Krematorium in Wetzlar statt. Leider wurde das Kondolenzbuch vergessen, aber mit dieser Homepage, die eine tolle Idee von Torbens Patentante Tanja war, werden vielleicht einige dem Wusch nachgehen Torben jetzt noch ihre Gedanken zu schicken. Es war eine schöne Trauerfeier, mit Liedern von Rolf Zuckowski und schönen Reden von unserem Pfarrer und seiner Klassenlehrerin Fr. Brudy. Das schlimmste an diesem Tag waren die vielen Menschen, welche auf uns einstürmten, obwohl wir darum baten es nicht zu tun. Klar, jeder meinte es nur gut, aber in diesen Momenten registriert man doch nichts und es war zumindest für mich sehr erdrückend.
Sonntag den 19. Juni 2005 wurde Torben von Niendorf/Ostsee aus auf See bestattet. Es war ein wunderschöner Tag und das Wasser ganz ruhig. Es waren Menschen an Bord des Schiffes denen Torben sehr wichtig war und die ihn sein Leben lang begleitet haben. Es war keine leichte Fahrt, gerade für Finja, sie mochte selbst ihre Flaschenpost nicht über Bord werfen.
Wir denken, Torben hat dort draußen seine Ruhe und seinen Frieden gefunden.





