Freunde, das war je älter Torben wurde immer schwieriger. Irgendwann lösen sich Kinder von ihren Eltern, fahren mit dem Fahrrad durchs Dorf, erkunden den Wald oder den Bach mit anderen Jungs oder Mädels. Torben war das nicht möglich. Zum einen weil er sehr in seiner körperlichen Leistung eingeschränkt war zum anderen, weil wir nicht wollten, dass er sich irgendwo für uns nicht erreichbar aufhielt. So verbrachte Torben sehr viel Zeit alleine, aber auch mit seiner Schwester Finja und deren Freundin Emma. Das ging nicht immer ohne gegenseitiges generve und Streitigkeiten, aber das ist ja normal. Relativ oft war Cem bei uns ein Klassenkamerad von Torben, den er schon aus dem Kiga kannte. Und auch Jannick, ein sehr kräftiger und großer Kerl, der Torben sogar mal bis zu seinem „Bunker“ im Wald getragen hat als Torben ihn besuchte. Diese zwei Jungs konnten sich prima auf Torbens Defizite einstellen, klar es wurde auch mal getobt und „Fußball“-gespielt, aber alles in einem Rahmen in den Torbens Erkrankung reinpasste. Da war auch noch Charlotte, ebenfalls aus seiner Klasse und aus unserem Wohnort, zu der Torben auch hin und wieder mal nach Hause ging.
Zu seinen Freunden, denken wir, kann man auch seine Zivis zählen. Torben tat es einfach gut unter Männern zu sein. Von jedem nahm er so eine Kleinigkeit an; wenn er groß ist wollte er sich einen alten weißen BMW kaufen, so wie Markus ihn hatte. „Hipp“ waren Strichjacken mit T-Shirt drunter weil Manuel sie trug, nie ohne Baseball-Kappe das Haus verlassen war Motto als Stefan, leider nur als Vertretung, kam. Und einfach gut drauf sein war sein Kredo in der Betreuungszeit von Sebastian. Diese Jungs waren klasse!!!! Alle sehr verschieden, aber mit einer tollen Art und Weise. Diesen und all denen die in ihrer Zivi-Zeit die Betreuung eines kranken Kindes übernommen haben sei an dieser Stelle ein großes „Danke!“ gesagt. Die meisten von euch entlasten die Familien sehr und tun den Seelen der Kinder gut.
Ab August 2004 wurde Torben von Katja, seiner Erzieherin aus dem Kiga in die Schule begleitet. Die zwei verstanden sich schon immer gut und unternahmen auch nach der Schule oft etwas miteinander. Lange Spaziergänge, Torben im Buggy, mit Katjas Hunden, Kinobesuche und ein leckeres Mahl beim Schotten stand des Öfteren auf ihrem Programm. Katja ist eine konsequente liebe Seele und Torben tat sie gut.
Auch in der Herzsprechstunde hatte Torben seine Freunde, Christiana gehörte sicher dazu. Eine Kinderkrankenschwester, die wir schon von Station Czerny kannten und welche dann in die Herzsprechstunde wechselte. Somit sahen wir uns in den ganzen Jahren sehr regelmäßig und Torben mochte Christiana sehr gerne, auch wenn man das als Junge nicht immer so zeigen kann. Tja und dann gab es da noch den „Zimmermann“, genauer den Dr.Zimmermann. Er betreute Torben ca. die letzten 2 Jahre in der Herzsprechstunde und anfangs hatte der gute Mann es nicht einfach mit Torben. Der ständige Arztwechsel ging ihm gehörig gegen den Strich und er wollte seinen Dr. Hagel wieder haben. Aber der „Zimmermann“ hatte ein tolles Händchen für Torben und als er das Thema Fußball ins Gespräch brachte war er ja sowieso der „coolste“. Fortan wurde alle 12 Wochen fleißig über Fußball diskutiert, was nicht immer mit Einigkeit verlief, wie auch bei einem Bayern- und einem Stuttgart-Fan. Aber es wurde immer mit viel Humor und Gelächter gestritten. Den „Zimmermann“ mochte Torben so gerne, dass sogar die Schwestern bei der Blutentnahme für die Schmerzen verantwortlich gemacht wurden, obwohl sie gar nicht Hand an ihn gelegt hatten.
Zur Erinnerung an Torben bekam Dr. Zimmermann seinen Kik-o-mania Kevin Kurany von uns. Wir dachten bei ihm sei er sicher am besten aufgehoben.




