Es gibt Tage, an denen werden einem Dinge bewusst, die einem vorher gar nicht so in den Sinn kommen.

Der heutige Tag war so einer, d.h. seit paar Tagen kam er uns schon in den Kopf, der heutige Sonntag.

Heute sind Torbens Klassenkameraden konfirmiert worden, soweit sie das wollten.

Und an so einem Tag wir uns immer wieder bewusst, was unser Kind nicht mehr erleben kann. Das nächste große Ereignis ist der Schulabschluß oder der 18. Geburtstag, alles Dinge über die man sich in einem Leben mit gesunden, nicht „verlorenen“ Kindern gar keine Gedanken macht… .

Traditionen sind wichtig und gut, aber manchmal ist es wichtiger und besser sie zu brechen!

Am heutigen Tag war das so. In den vergangenen Jahren verbrachten wir Torbens Geburtstage in irgendwelchen Zoos und das waren immer tolle Erlebnisse, aber in diesem Jahr wollte Finja etwas anderes machen. Nach einigen Überlegungen kamen wir gemeinsam auf das Mathematikum in Gießen.

Torben und auch Finja waren beide schon mit der Schule dort und haben damals begeistert von diesen Ausflügen berichtet. Für uns (Mathias und mich) waren die Räumlichkeiten mit Kniffelaufgaben und Experimenten absolutes Neuland. Aber ein tolles Neuland! Es war reger Betrieb, dennoch für alle genug Platz um sich „kopfmäßig“ aus zu toben.

Oft saß ich nur da und habe unsere Tochter und die anderen Kinder beobachtet, konnte Torben förmlich unter ihnen „erkennen“ mit „rauchendem“ Kopf und voll konzentriert. Manchmal spürt man die Toten ganz nah bei sich, hier war so ein Ort, an dem Torben ganz präsent war.

Es war ein guter Tag, mit guten Erinnerungen, guten Gedanken und guten Gefühlen. Ein Tag der für uns drei gut lebbar war, uns trotz allem Freude und Spaß bereitet hat!

In diesem Jahr wollte Finja zum ersten Mal beim Schmücken des Weihnachtsbaumes helfen. All die Jahre vorher habe ich den Baum geschmückt und Mathias hat am Morgen des Heiligen Abend mit den Kindern etwas unternommen, meist waren sie im Kino. In diesem Jahr sollte es anders sein. Finja hat in den letzten Jahren die Farbe des Baumschmuckes bestimmt und auch in  diesem Jahr konnte sie wählen. Natürlich kaufen wir nicht ständig neue Kugeln und die Farbwahl ist somit eingeschränkt, aber rot kam seit Torbens Tod nicht mehr in Frage. Aber siehe da, jetzt sollte der Baum auch wieder rote „Tupfen“ tragen!? Leichter gesagt als getan, denn man merkte schon, Finja und auch ich, taten uns schwer mit rot. Aber zum guten Schluss war unser Baum rot/weiß geschmückt und ganz hübsch.

Am Abend ging es in die Kirche zum Familiengottesdienst, in diesem Jahr gab es dort allerdings schweres „Futter“, zumindest für Kinder!

Zuhause wurde dann reich beschert! Auch in diesem Jahr war es kein unbeschwertes Weihnachtsfest, fehlt ein Kind dann doch besonders, aber es ist anders als in den ersten Jahren ohne Torben.

 

Nur fünf Wochen nachdem Eike, eine sehr gute Freundin und Mutter unseres Patenkindes Norman, zum zweiten Mal erfahren hat, dass sie Krebs hat, ist sie eingeschlafen.

Mit Eike verbindet uns eine lange Freundschaft, mit allen Höhen und Tiefen die gute Freundschaften so haben. Ich bin die Patentante ihres zweiten Kindes und sie war in meiner Trauer immer für mich da.

Vor zwei Jahren erkrankte sie zum ersten Mal an Krebs; wurde operiert, bestrahlt und bekam gleichzeitig Chemo, eine Qual!!! Schon damals versorgte ich sie, soweit möglich, zusammen mit meiner Schwägerin Andrea. Nach der Reha ging es ihr „ganz gut“, ungefähr ein Jahr. Dann kamen zunehmend Schmerzen und sicher auch viel Angst und leider auch Ärzte, die nicht genau „geschaut“ haben, auf ihre Patientin. Nur das Notwendigste zu tun, ist oft nicht genug!! In der Nacht vom 25./26. April 2009 kam Eike per Notarzt ins Krankenhaus und schon in dieser Nacht nahm das Verheerende seinen Lauf.

Nach wenigen Tagen wussten wir, dass außer in der Leber auch in der Lunge und in den Knochen Metastasen waren. Was das heißt, wurde auch den Laien unter uns schnell klar. Nach vielen Tränen, Verzweiflung, Wut und Gesprächen entschied sich Eike gegen eine Chemo. In den ersten drei Wochen konnte sie noch zeitweise aufstehen, mit Morphium war sie schmerzfrei. Aber in den letzten Zwei Wochen nahm die Krankheit, in einer rasenden Geschwindigkeit ihren Lauf. Und heute schlief sie dann, nachdem Andrea und ich sie gewaschen und versorgt hatten, ganz ruhig ein. Eike hat sich davon gestohlen, denke ich, denn sie ging als ich ihren Mann (Wolfi) mit dem Hund in den Wald schickte, damit er mal raus kam… .

Gerade die letzten Tage waren für alle sehr belastend und anstrengend. Sieht man doch einen  für uns wertvollen Menschen leiden und kann nicht wirklich helfen. Bei Andrea und mir hat sich auch Erleichterung breit gemacht, war dieses „Leben“ für unsere Freundin so nicht mehr zu ertragen.

Wir alle verlieren mal wieder einen sehr wertvollen Menschen, denn wir nie vergessen werden!

In diesem Jahr wollte Finja gerne mit an die See, darüber waren wir schon etwas überrascht aber auch erfreut. Am 20.Mai gingen wir dann zunächst eine schöne Blumenschale kaufen, sie war wie für Torben gemacht, mit einem Herz geschmückt, und brachten diese in die Marien-Kirche. Dort zündeten wir Kerzen an und verbrachten eine ganze Zeit mit unseren eigenen Gedanken.

Danach fuhren wir, wie immer an die See und auf den Erdbeer – Hof, wo es zu Finja`s Enttäuschung keinen Erdbeerkuchen gab. Wir hatten in diesem Jahr viel Glück mit dem Wetter, waren viel draußen und auch mit den Fahrrädern unterwegs.

Eine Geburtstagskarte an Dr. Zimmermann schickten wir  diesmal nicht los, leider hat er das Kinderherzzentrum in Gießen verlassen und wir wissen nicht so genau wohin. Aber vielleicht ist er ja noch manchmal auf dieser Seite und ließt, dass wir weiterhin jedes Jahr an ihn denken.

Die Tage an der See sind nie einfach für uns, aber in diesem Jahr waren sie doppelt schwer. Unsere Freundin Eike erkrankte vor zwei Jahren an Krebs, wurde zunächst erfolgreich therapiert, doch nun ist die Krankheit zurück gekommen und unsere Gedanken waren oft zu Hause bei ihr.

Ostern ist ja auch so eine Sache für sich: Gibt es nun den Hasen, der die Geschenke bringt oder macht das am Ende doch ein Zweibeiner.

Es ist immer wieder lustig und spannend, wie Kinder damit umgehen. Und so war es auch in diesem Jahr wieder bei uns zu Hause. Finja zog mit ihrem Papa los, um Moos zu suchen und Nester zu bauen. Natürlich auch eins für Torben (das Befüllen gestaltet sich in jedem Jahr schwieriger)! In den letzten Tagen fällt es sehr auf, wie offen und frei Finja von ihrem Bruder redet und mit einem Leben ohne Torben und eigentlich auch wieder mit Torben umgeht. In dem Bereich hat sie einen riesigen „Entwicklungsschub“ gemacht und wir glauben es geht ihr gut damit.

 

Und nun wünschen wir allen, die sich auf dieser Seite befinden,

 

Schöne, sonnige Ostertage!

Der Tag vor Torbens 13. Geburtstag war in diesem Jahr  für mich der schlimmere Tag. Warum weiß ich auch nicht so genau.

 

Finja wollte in diesem Jahr wieder in den Zoo, im vergangenen Jahr war dies nicht möglich, da sie in die Schule musste. Klar war aber, nicht nach Köln! Also war eine Alternative nach Dortmund zu fahren. Dort ist es ganz anders, aber auch schön und so haben wir den Tag ganz gut verbracht. In so mancher Situation kam uns Torben in den Kopf, aber nicht mit der ganz großen Trauer, sondern mit viel freudiger Erinnerung. Was Torben allerdings mit 13 Jahren von einem Zoobesuch gehalten hätte bleibt fraglich… . Einige, eng mit uns verbundene Menschen, haben eine SMS oder liebe Karten geschrieben und zu spüren, dass man an Torben und uns denkt ist einfach sehr schön.

Gedenkgottesdienst für verstorbene Kinder in der Petrus-Kirche in Gießen. In diesem Jahr war der Stein das Symbol des Gottesdienstes. Alle Angehörigen konnten sich einen Stein, welche am Eingang ausgelegt waren, aussuchen und mit dem Namen des verstorbenen Kindes versehen. Während des Gottesdienstes lagen diese Steine am Altar und konnten am Ende mitgenommen werden. Besonders schön fand ich in diesem Jahr die musikalische Begleitung, dafür war Nette Rudert und ihr Sohn zuständig. Nur mit Gitarrenbegleitung sang Frau Rudert mit wunderbarer Stimme z.B. das Lied; „Ins Wasser fällt ein Stein“ oder „Ein Licht“ (Hat sie selbst geschrieben!). Auch in diesem Jahr brannten fast wieder 100 Kerzen, eine für jedes Kind, dessen gedacht wurde!

Ein großer Tag, zumindest für mich! Wir haben Familienzuwachs bekommen, einen mit vier Beinen. Ich habe mich knapp 40 Jahren mein eigenes Pferd bekommen, d.h. eigentlich ein Pony, nämlich einen Haflinger-Wallach. Tja, das ist schon ein ganz besonderes Erlebnis!

Seit 10 Jahren habe ich den Araber-Wallach von Netti geritten, ein toller Kerl! Im Spätsommer ging es ihm gar nicht gut, na ja, er wird im April ja auch 30 Jahre alt und dann muss es einem Pferd auch nicht mehr so wirklich toll gehen. Somit war aber mein Hobby auf dem Abstellgleis und ich kam stimmungsmäßig ganz schlecht drauf. Das hat sich Mathias ein paar Wochen angesehen und dann kamen wir zu dem Endschluss, uns ein eigenes Pony anzuschaffen. Und durch verschiedene Zufälle kam ich dann an Merlin, einen 12 Jahre alten Haflinger! Merlin kam in eine kleine Herde von 4 Pferden/Ponys ganz unterschiedlicher Rasse und ich denke nach einem halben Jahr ganz alleine auf der Koppel fühlt er sich pudelwohl. Besonders mit Ivan, dem Araber, versteht er sich gut und meine Stimmung stieg um 100%! Finja findet den pummeligen Kerl auch ganz prima und sagt, Torben hätte er sicher auch gefallen, wenn er ihn denn besser gekannt hätte. Torben hatte vor allen Pferden eher Angst, außer Ivan, der war o.k. .


Italien! War Finjas Wunschziel für unseren diesjährigen Sommerurlaub, und es war mit Abstand die beste Zeit, die wir in den letzten drei Jahren verbracht haben.

 

Seit ein paar Jahren sind wir „eingefleischte“ Camper. Für Kinder ist so ein Urlaub einfach eine tolle, unkomplizierte Sache. Mit Torben waren Auslandsaufenthalte nicht so einfach möglich und ich glaube wir hatten auch Angst, in ein nicht deutschsprachiges Land zu fahren. Selbst hier in Deutschland wurden wir in so mancher Klinik seltsam betrachtet, wenn wir Torbens Diagnosen nannten. So blieben wir in unseren Gefilden, auch nach Torbens Tod.

Im vergangenen Jahr schossen dann ganze „Sturzbäche“  durch unser Mittelzelt und Mathias ist der Kragen geplatzt, nie mehr zelten in Deutschland. Finja meldete dann auch gleich Italien an, wieso und warum?? Keine Ahnung!

Aber auch Torben sagte immer, wenn er operiert sei, würde er mit Oma und Opa nach Italien fliegen. Nachgefragt, wie er auf Italien kommt, hat niemand jemand.

Die Planung hat Mathias übernommen und wie er nun mal ist, war sie gründlich. Zelten? Ne, das kam jetzt auch am Mittelmeer nicht mehr in Frage. In Absprache mit „seiner“ Tochter wurde ein Wohnwagen mit Vorzelt gemietet, das war Luxus pur. Der Campingplatz liegt an der italienischen Adria, eigentlich eine „Touri“-Hochburg aber das haben wir ignoriert. Ich hatte mir fest vorgenommen, dieses Land und Erlebnisse auch mal mit Torbens Augen zu sehen.

Die riesigen Wellen zB. hätte er absolut klasse gefunden, wunderschöne Muscheln (wir haben ihm welche mitgebracht), ein Wasserpark mit Riesenrutschen und absolut leckeres „Straßenteller“-Eis!! Ja, das muss Torbens Italien gewesen sein!

Nachts hatte ich oft so meine Probleme mit unserem Sohn, er ließ mich nicht zur Ruhe kommen. Torben war mir so nah und doch konnte ich ihn nicht greifen! Ich bin mir ganz sicher diesen Urlaub haben wir zu viert verbracht! Und Torben war sicher schon ganz lange vor uns in seinem „Wunschzielland“, denn Finja sagt er sei im Himmel, wo denn sonst!? Und der Himmel ist überall, auch über Italien. Und er ist im Meer und alle Meere sind miteinander verbunden!

In unserem Küchenschrank stehen drei Tassen, sheepworld-Tassen, mit der Aufschrift „Ohne Torben ist alles doof.“, das stimmt nicht ganz. Dieser Urlaub hat uns gut getan, trotz aller Erinnerungen und Gefühlen war es klasse, gut und richtig! Und Torben wird schon gewusst haben, warum er dorthin wollte!


In diesem Jahr waren Mathias und ich alleine an der See, um Torben an seinem dritten Todestag besonders nah zu sein.

Finja ging auf Klassenfahrt und Oma und Opa brachten sie zum Bus und holten sie auch wieder ab. So konnten wir zwei Tage mehr an der See verbringen.

Das Wetter meinte es, im Gegensatz zu den letzten beiden Jahren,gut mit uns. Wir hatten unsere Fahrräder mit und konnten die Zeit so auch mal ganz anders gestalten.

Der 20. Mai war aber trotz allem ein schwerer Tag und dadurch, dass Finja nicht dabei war, hatten wir die Möglichkeit anders mit unseren Gefühlen umzugehen. Morgens waren wir zunächst in der St. Marienkirche, in ihr wurde Torben getauft und es war ihm ein Bedürfnis sie bei jedem Lübeck-Besuch mehrmals aufzusuchen. In St. Marien hat man die Möglichkeit Gedenkkerzen zu entzünden und dies machen wir nun jedes Mal, wenn wir in Lübeck sind.

Nachdem wir einen bunten Rosenstrauß, jeder von der Familie hatte eine andere Farbe, in Niendorf ins Wasser geworfen hatten, verweilten wir lange auf dem Landungssteg. Von Niendorf aus wurde Torben vor drei Jahren seebestattet.  Danach fuhren wir dann, wie jedes Jahr, nach Warnsdorf auf den Erdbeerhof.

Eine Fahrradtour an der Ostseeküste vervollständigte den Tag.

Den folgenden Tag verbrachten wie einfach faul aber nachdenklich im Strandkorb und donnerstags machten wir uns, mit Freude auf unsere Tochter, auf den Heimweg.


Wer Torbens Page des öfteren besucht wird es gemerkt haben, sie ist neu gestaltet ! Warum?

Tja, die liebe Technik, manchmal will sie nicht so wie wir wollten. Im vergangenen Jahr ist leider die Festplatte von Tanjas Laptop abgestürzt, somit war auch das ein oder andere Bearbeitungsprogramm für Torbens HP verschwunden. Dadurch war es z.B. auch nicht mehr möglich, neue Einträge in die aktuelle Seite zu setzen. Das hat mich sehr geärgert, denn es gab und gibt viel zu berichten.

 

Im Oktober 2007 haben wir Rolf Zukowski gebeten, uns bei der Abspielgenehmigung für zwei seiner Lieder zu unterstützen. Zuvor war unsere Bitte abgelehnt worden! Nach einem ,an ihn persönlich gerichteten Brief kam erst eine Email an mich und wenig später rief Hr. Zukowski bei mir an. Ich war total "von den Socken"!! Er erwirkte eine Teilgenehmigung, und so kann man, wenn man will, nun Ausschnitte von zwei seiner Lieder hören, die Torben immer laut mitgeschmettert hat. Rolf sagt das ist nur ein Teil, für uns sind es 100% mehr, als wir vorher hatten!! An dieser Stelle geht ein RIESEN-DANKESCHÖN nach Hamburg zu Frau Willer, die unseren Brief weiter geleitet hat, und natürlich an Rolf Zukowski, der wirklich so ist wie er immer  "rüberkommt".

 

Die Besucher, welche häufiger hier sind wissen es, im November waren wir für vier Wochen in einer Reha für verwaiste Familien, in der Klinik Bad Oexen. Zunächst dachten wir, man hätte mehr "rausholen" können (denken wir immer noch), aber trotzdem war es ein Erfolg. Besonders für Finja, sie hat sich danach sehr verändert. Ist offener geworden, fängt an ihren großen Verlust zu verbalisieren und hat sich in der vergangenen Woche dazu entschieden ihre Tanztherapie zunächst zu unterbrechen. Sie will sehen ob es auch ohne geht. Noch zwei dicke DANKESCHÖNS; an die Mitarbeiter in Oexen; welche uns sehr gut betreut haben und eins an Frau Herzberg, Finjas Tanztherapeutin in Herborn, welche nicht nur Finja , sondern auch uns immer wieder mal Mut gemacht hat.

 

Unser Weihnachtsbaum war im vergangenen Jahr auch nicht rot, sondern weiß. Wunderschön!! Nach unserem Festplattenabsturtz vor 3 Wochen sind aber leider keine Bilder mehr da. Weihnachten war nicht mehr dieses sehr traurige Fest, wie in den vergangenen Jahren, ich glaube man bzw. wir finden langsam einen anderen Umgang.

 

In der vergangenen Woche war Torbens Geburtstag, dies ist dagegen noch sehr hart. So viele Erinnerungen kommen dann in mir hoch, nicht nur traurige, aber es ist trotzdem schwer.

 

So und warum jetzt Torbens Seite so super schön ist und toll läuft, haben wir einem super netten Menschen zu verdanken;  MICHAEL RÜTSCHE ! Den hat Tanja aufgetan und das war, wie das Meiste was sie tut, eine tolle Sache. Herr Rütsche hat in den letzten Wochen gearbeitet und geschuftet, und war sehr geduldig mit unseren Wünschen. Und für mich hat er diese Seite "idiotensicher" gestaltet, das ist ein doppeltes Dankeschön wert!!

 

Ich kenne einen Teil der erwähnten Menschen nicht persönlich, manche von kurzen Telefonaten, einige ein paar Wochen, andere schon Jahrzehnte, aber diese Menschen müssen alle so etwas wie kleine Engel sein. Wunderbar, dass es so etwas wie Euch auf unserer Erde gibt!!! DANKE!!

Auch in diesem Jahr sind wir zu Torbens Todestag an die Ostsee gefahren, durch den Feiertag bot sich ein langes Wochenende an.

Das Wetter war in diesem Jahr gut, nicht so schön wie an Torbens Seebestattung, aber doch so gut, dass wir am Freitag einen Tag am Strand verbringen konnten.

Am Sonntag haben wir uns mit Kay, Petra, Jan, Lena und meiner Mutter in Niendorf getroffen. Mein Vater fährt hin und wieder noch Busgruppen spazieren und konnte deshalb nicht bei uns sein. Jan und Lena hatten Blumen für Torben dabei und auch an Finja gedacht. Alle drei wollten sie trotz ungünstigem Wind in die Ostsee werfen und das war gar nicht so einfach, da sie immer wieder an Land kamen. Aber egal dadurch hatten die Kinder ihren Spaß und wir konnten unseren Gedanken nachhängen, jeder für sich. Wir hatten uns entschieden nicht mit dem Schiff auf die Ostsee rauszufahren, zum einen weil Finja es nicht wollte und zum anderen weil es im vergangenen Jahr so sehr geregnet hatte. Aber unseren „Ausflug“ nach Warnsdorf auf den Erdbeerhof  haben wir auch in diesem Jahr gemacht. Und da das Wetter schön war konnten wir draußen sitzen, essen und erzählen. Die Kinder haben den Spielplatz unsicher gemacht, sind geritten und haben Stockbrot gebacken und so war der Tag, voller Gedanken an Torben, dann doch nicht so sehr traurig.

Am späten Nachmittag waren Mathias und ich noch in der St. Marienkirche und haben Kerzen für Torben angezündet und eine kleine Blume abgestellt.


Ich kann mich noch gut an meinen ersten Muttertag erinnern;

Torben lag seit 4 Wochen in der Kinderklinik, die wichtigsten Entscheidungen (Listung zur Herztransplantation) waren getroffen, aber wir hatten uns an dieses neue Leben noch nicht wirklich gewöhnt.

Kay und Petra waren bei uns und meinen Eltern und ich machte mich ganz tapfer auf, um im unteren Stockwerk unseres Hauses meiner Mama alles Liebe zum Muttertag zu wünschen. Ich hatte ein kleines Edelstahlwindlicht mit ausgestanzten Herzen im Gepäck. Meine Mutter zu umarmen und einen dicken Kuss auf die Wange zu drücken fiel mir nicht schwer, denn sie ist `ne tolle Mama, aber als sie fragte ob sie mir auch alles Liebe zum Muttertag wünschen dürfte…, das war eindeutig zu viel. Fluchtartig verließ ich die elterliche Wohnung und ließ eine traurige, verdutzte, ich weiß nicht was Mutter und Schwägerin zurück. Die Jahre danach waren es dann ganz normale Muttertage und als die Kinder in den Kindergarten, bzw. in die Schule kamen gab es auch kleine selbstgebastelte Geschenke. Im Jahr 2005 versteckte Katja, Torbens Betreuerin in der Schule, das kleine Präsent in seinem Schrank. Ich musste es beim Wäscheeinräumen natürlich übersehen! Am Muttertag sagte Torben, er hätte zwar ein Geschenk für mich, aber ich würde es nicht bekommen, hups!? O.k., dann nicht ! Nein, Oma sollte es, sechs Tage später, zu ihrem 60. Geburtstag kriegen, auch gut! Aber auch an dem großen Tag meiner Mutter blieb das kleine Geschenk im Schrank. Sechs Tage später starb Torben! Am Morgen danach deckte ich den Frühstückstisch, Torbens Platz blieb leer. Ich ging an seinen Schrank, holte das kleine von ihm, sicher mit viel Mühe, gemachten Windlicht aus seinem Schrank. Es war/ist eine kleine Blume, aus einem winzigen Tontopf mit einem Blütenrand aus Tonpapier und einem grünen Pfeifenputzer als Stiel. Diese kleine Blume stellte ich an seinen Platz und sagte laut zu Torben; „Du wolltest es behalten, nun hast Du es!“ Seit diesem ersten Frühstück ohne unseren Sohn und Bruder steht dieses kleine Licht  auf unserem Esstisch und leuchtet bei jeder Mahlzeit für Torben, und uns.

Die Muttertage im vergangenen und diesem Jahr sind wieder so traurig wie im Ersten. Ja, wir haben Finja, das ist gut und wichtig, aber Torben ist unwiederbringlich fort und an diesen Tagen schmerzt es besonders.


Heute ist Torbens 11. Geburtstag. Ein nicht so ganz einfacher Tag für uns alle. Nicht nur das es sein Geburtstag ist, sondern auch der Tag an dem Familien zusammen Ostern feiern und lustig sind.

Wie auch im letzten Jahr hat Finja sich gewünscht in den Zoo zu fahren. Als beide Kinder noch kleiner waren, haben wir jedes Jahr an Himmelfahrt den Kölner Zoo besucht, und so ist er im Moment an Torbens Geburtstagen unser Ziel. Wie auch vor einem Jahr waren Kathrin, Sascha, Emma und Mathilda mit und so sind wir alle abgelenkt und können auch unseren Spaß haben und lustig sein. Ein großes Dankeschön an diese vier!!!


Am Sonntag den 10. Dezember fand in der Petruskirche in Giessen wieder ein Gedenkgottesdienst für verstorbene Kinder statt. Wir haben ihn zum zweiten Mal besucht, es ist immer sehr anstrengend und wühlt uns total auf aber es tut auch gut zu sehen, dass wir nicht alleine sind. Zum Anfang können alle Eltern die möchten ihr verstorbenes Kind, ihre verstorbenen Kinder in ein Buch eintragen. Die Namen werden im Verlauf des Gottesdienstes vorgelesen und für jedes Kind wird ein Lichtergruß entzündet. In diesem Jahr waren der Regenbogen und Schmetterlinge die Symbole des Gottesdienstes. Von den Eltern wurde der Name des Kindes auf einen Bunten Schmetterling geschrieben und an einen großen „Korkenzieher“-Ast gehängt. Zum einen ist es sehr bedrücken, diese vielen Schmetterlinge zu sehen, man weiß die Kinder leben nicht mehr, aber es ist auch schön mit welcher Leichtigkeit sie sich im sanften Wind bewegen.

Es gibt zwei Texte aus dem Programm, die ich gerne an Euch weitergeben möchte:

Sie sagen

Die Zeit wird die Wunden heilen,
du musst stark sein
und an die Zukunft denken.
Sie sagen
Das Schicksal müssen wir annehmen,
es bringt nichts, sich dagegen aufzubäumen,
du wirst darüber hinwegkommen
und dich neuen Menschen öffnen.
Sie wissen nichts
Von dem Willen, das Liebgewordene festzuhalten,
von dem Schmerz des plötzlichen Abschiedes,
der doch kein Abschied, sondern ein Wegreißen war,
von der Einsamkeit, die so weh tut.
Ich höre sie reden und schweige.

Wolfgang Hohensee

Ganz weit draußen
am Ende des Regenbogens
werde ich auf dich warten,
und wenn du dann endlich kommst,
werde ich sitzen bleiben
mit verschränkten Armen
über den Knien,
damit du nicht zu früh erfährst,
mit welcher Sehnsucht
ich dich erwartet habe.

Und ich werde mich freuen, wenn er dort sitzt, unser Torben und auf mich wartet, von ganzen Herzen freuen.


Mit Torbens Tod ist das Leben mit Torben nicht zu Ende. Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht an Torben denken und über ihn und mit ihm reden. Wir feiern seinen Geburtstag, fahren an seinem Todestag mit dem Schiff raus und zünden ihm nachts ein Licht an, damit er keine Angst im Dunkeln hat.

Wir leben mit Torben weiter, wenn auch in einer anderen Art.

So waren wir am 20.05.2006 zu einer Gedenkfahrt auf die Ostsee aufgebrochen. Es regnete in Strömen.